Eine neue Reise beginnt!
erstmal bin ich froh für die ersten Kilometer begleitung zu haben und nicht allein losfahren zu müssen.
es ist tolles Radel wetter und heute nochmal fast ein Sommertag.


Es fühlt sich ungewohnt an mit voll bepacktem Fahrrad und auf ungewisse Zeit auf Tour zu gehen.
Als es dämmert steigt die Nervosität, es ist meistens einer der größten Herausforderung am Tag einen geeigneten Schlafplatz zu finden.
Im Dunkeln schiebe ich das Fahrrad einen Steilen Wanderweg nach oben. Schön auf den ersten Metern ist klar das Fahrrad ist viel zu schwer bepackt.


Am nächsten Morgen Versuche ich alles unnötig an Gepäck auf einen Stapel zu sortieren. Im Prinzip hat aber alles seinen Sinn. Die meisten teile sind entweder Ersatzteile für das Fahrrad oder Technik wie Solarzellen und GPS und Ersatzakkus.
evtl. lässt sich das Gepäck noch um 5 kg abspecken. Da die genaue Reiseplanung noch nicht ganz klar ist beschließe ich erstmal so weiterzufahren.
am Mittag setzt dann der erste Regen ein, es ist ein Nieselregen von der Sorte, der sich schnell den Weg durch die Kleidung bahnt und einen bis auf die Knochen durchnässt.
kurz nach Rapperswil in der Schweiz steht fest, bei dem Wetter über den Gotthard Pass zu fahren wird eine harte Nummer. Die geplanten 5 Tage um in Genua rechtzeitig die fähre nach Tunesien zu nehmen sind den vielen Vorbereitungen geschuldet auch an sich schon ein sportliches Ziel. Außerdem sieht die Wetterprognose für die kommenden Tage wenig vielversprechend aus.
Die lösung ist schnell klar, mit dem Zug durch den Gotthard Tunnel bis nach Bellinzona zu fahren. Tatsächlich blinzelt mir die Sonne zu im Moment als wir den Tunnel auf der anderen Seite der Alpen verlassen.
Mein Nachtlager soll das Ufer des Flusses Tessin sein.
Am nächsten Morgen lasse ich mich auf so manchen Kampf mit schlecht erzogenen Hunden ein, die auf ihrer Gassi Runde offenbar mein Räucherspeck im Gepäck erschnüffelt haben.


Es Regnet wieder, Mal Stark, Mal weniger Stark, aber grundsätzlich kontinuierlich. Die ersten anderen Radreisenden kommen mir an der Uferstraße des Lago Maggiore entgegen. Die Freude ist offensichtlich beiderseits, wir Winken uns energisch zu und haben alle ein Breites lächeln im Gesicht. Geteiltes leid ist bekanntlich halbes leid. Und zu wissen das man gerade nicht der einzige ist der sich das antut ist auch gewissermaßen Motivierend.
obwohl sich die 15 Grad und Regen in Italien irgendwie Wärmer anfühlen. Der Regen geht hier nicht so unter die Haut wie es in der Schweiz der Fall war und die Kleidung trocknet auch schneller. Ob hier tatsächlich die Luftfeuchtigkeit trotzt Regen geringer ist!


An der Promenade lerne ich Erik kennen, ein Deutscher der mit seiner Frau hier im Urlaub ist. Es stellt sich heraus das er ein begeisterter Fatbike Fahrer ist und sogar einmal ganz Sardinien am Strand umrundet hat.

Es sind Klischee mäßig die kleinen Dinge die eine Reise so wertvoll machen. Ob beim Kauf am Obststand und obwohl die Sprachbarriere groß ist, das Interesse ist immer groß und wird mit Gesten und Humor ersetzt. Die Atmosphäre ist meistens sehr entspannt und es bleibt genug Zeit für die ein oder andere albernheit.
Die Frage um ein Foto endet meistens auch in einer interessanten Konversation

Die Po Ebene führt mich zunächst entlang von Kanälen, später über viel befahrene Straßen durch die sehr Flache – Weite Landschaft, Riesige Felder, verlassen wirkende Gebäude und kleine, wie fast ausgestorben wirkende Ortschaften.
Die Straßen sind viel befahren, viele LKW auf den schmalen Straßen. Am Straßenrand liegt viel Müll und Glas.
Ich halte und pule mit einer Messerspitze Glassplitter aus den Reifen um einen Platten vorzubeugen.




Aus einer Einfahrt höre ich es beim vorbeifahren Rufen. David, er hatte mich vorhin auf seinem Nachhauseweg mit dem Auto überholt. In der einen Hand hält er einen Espresso in der anderen Hand eine Flasche Mineralwasser. Er hat anscheinend auf mich gewartet und diesen kleinen Empfang vorbereitet.

Tag für Tag finde ich weiter in den Reiserhythmus, es ist ein Prozess sich an den neuen «Lebensstil auf Zeit» zu gewöhnen. Die ersten Herausforderungen von Regentagen und Dauerregen, der Abendlichen Schlafplatz suche sind gemeistert, und damit wächst auch mein Selbstvertrauen in meine Reisefähigkeiten.
Es ist die Abendliche kühle die bei der Dämmerung einsetzt, die Fahrt auf Landstraßen, die Entlang von Industriegebeuden führen, der Geruch von verbranntem Gummi und Rauch, oder das Schwitzen und doch frieren, in der Hast, in der Dunkelheit nach einem geeigneten Schlafplatz Ausschau zu halten, die mir aus früheren Radtouren noch so vertraut sind.

Gerade sitze ich auf der Couch eines Hostels in Genua und habe seid meiner Ankunft um die Mittagszeit in Strömendem Regen mit anderen Reisenden bestimmt schon drei Mal Pasta in den unterschiedlichsten Variationen von Carbonara bis Pesto de Genovese gekocht und gegessen.
und somit ist die erste Etappe, Genua, schon erreicht!
Morgen um 18 Uhr verlassen ich auf einer Fähre den Hafen in Genua um in einer 24 h fahrt nach Tunesien überzusetzen.
ich freue mich auf ein paar entspannte Tage mit Freunden in Tunesien am Strand und hoffe die Sonne von jetzt an häufiger zu sehen. 🙂


















